Vegane Rezepte ohne tierische Produkte – alltagstauglich, sättigend und einfach nachzukochen. Jedes Rezept mit vollständiger Zutatenliste, Nährwerten und geführten Kochschritten.
Vegan kochen heißt im Alltag vor allem, drei Dinge bewusst zu ersetzen: Eiweiß, Cremigkeit und herzhafte Tiefe. Für das Eiweiß sorgen Hülsenfrüchte, Tofu, Tempeh und Seitan. Cremigkeit liefern Kokosmilch, Cashewmus, Hafersahne oder pürierte weiße Bohnen. Und die herzhafte Tiefe, die sonst von Fleisch oder Käse kommt, entsteht durch Sojasauce, Miso, geräuchertes Paprikapulver, getrocknete Tomaten, Pilze und Hefeflocken.
Tofu hat zu Unrecht den Ruf, fad zu sein – das liegt fast immer an der Zubereitung. Entscheidend ist, ihn gut auszudrücken, in ausreichend heißem Fett zu braten, bis er wirklich Farbe hat, und erst danach zu würzen. Wer ihn vorher mariniert, sollte ihn trotzdem trocken tupfen, sonst dämpft er in der Pfanne statt zu bräunen. Räuchertofu bringt von sich aus schon viel mit und ist ein guter Einstieg.
Beim Backen sind die Ersatzregeln überschaubar: Ein Ei entspricht grob 60 Gramm pürierter Banane oder Apfelmus, einem Esslöffel gemahlener Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser, oder schlicht etwas mehr Flüssigkeit plus einem halben Teelöffel Backpulver. Milch lässt sich eins zu eins durch Hafer- oder Sojadrink ersetzen. Butter durch Margarine oder neutrales Öl, wobei man beim Öl etwa ein Fünftel weniger nimmt.
Auf zwei Nährstoffe lohnt sich bei rein pflanzlicher Ernährung ein bewusster Blick: Vitamin B12 kommt praktisch nur aus tierischen Quellen und sollte supplementiert werden. Eisen aus pflanzlichen Quellen nimmt der Körper deutlich besser auf, wenn Vitamin C dabei ist – Paprika, Zitrone oder Petersilie im selben Gericht genügen schon. Die Nährwerte je Portion stehen bei jedem Rezept unten dabei.
Gut ausdrücken, damit möglichst wenig Wasser drin bleibt, in reichlich heißem Öl braten und in Ruhe lassen, bis eine Seite Farbe hat. Erst danach würzen – Marinade in der Pfanne verhindert das Bräunen. Etwas Stärke vor dem Braten macht die Kruste zusätzlich stabil.
Je nach Rezept: 60 g pürierte Banane oder Apfelmus, ein Esslöffel gemahlene Leinsamen mit drei Esslöffeln Wasser, oder etwas zusätzliche Flüssigkeit plus einen halben Teelöffel Backpulver. Für Bindung in herzhaften Gerichten funktioniert auch Kichererbsenmehl.
Vitamin B12 muss supplementiert werden, es kommt in nennenswerter Menge nur aus tierischen Quellen. Bei Eisen hilft es, Vitamin C im selben Gericht zu haben – etwa Paprika, Zitrone oder frische Kräuter. Auch Jod, Omega-3 und Calcium sind einen Blick wert.
Aus Umami-Quellen: Sojasauce, Miso, Hefeflocken, getrocknete Tomaten, getrocknete Pilze, geröstetes Tomatenmark und geräuchertes Paprikapulver. In Kombination mit Röstaromen aus scharf angebratenem Gemüse ersetzt das die Tiefe, die sonst tierische Produkte liefern.
Alles pflanzliche, also kein Fleisch, Fisch, Ei, keine Milchprodukte und keinen Honig. Weniger offensichtlich sind Gelatine, Schmalz, tierisches Lab im Käse und manche Weine, die mit tierischen Mitteln geklärt werden.
Weil Honig ein tierisches Erzeugnis ist und seine Gewinnung als Nutzung von Bienen gilt. Als Ersatz funktionieren Ahornsirup, Agavendicksaft und Reissirup, die jeweils etwas anders süßen und weniger Eigenaroma mitbringen.
B12 kommt praktisch nur in tierischen Lebensmitteln vor, weshalb bei veganer Ernährung eine Supplementierung als notwendig gilt. Die konkrete Dosierung hängt vom Präparat ab und gehört in die ärztliche Beratung, nicht in ein Rezeptportal.